Oft stellen wir fest, dass der Spaß an der eigenen Forschung durch methodische Anforderungen ausgebremst wird. Dies hat damit zu tun, dass sich Methodenbücher mit Respekt heischender Autorität präsentieren.
Tatsächlich wird in der Forschung nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Entscheidend ist nicht, ob man jeden einzelnen methodischen Schritt gewissenhaft absolviert, sondern ob man über ein Verständnis für das Anliegens der qualitativen Forschung im Allgemeinen und die Besonderheiten der gewählten Methode verfügt.
Natürlich hat jede Methode ihre Berechtigung, aber vor allem sollte eine Forschungshaltung vorhanden sein, die von Neugierde geprägt ist – und möglichst auch von dem Spaß an der Forschung selbst.
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Nicht selten werden qualitative Forschungsmethoden für Bachelorarbeiten oder Masterarbeiten verlangt, obwohl diese nicht im Studium gelehrt wurden. Auch in Dissertationen – besonders in den Wirtschaftswissenschaften – werden qualitative Methoden immer aktueller, aber das nötige Methodenwissen ist oftmals nicht vorhanden.
Dass Studenten an Ende Ihres Studiums ratlos dastehen oder Doktoranden nicht wissen, wie Sie Ihr Forschungsvorhaben umsetzen können, muss nicht sein. Mit qualifizierter Hilfe kann jeder die Arbeitsschritte lernen.
Bei den qualitativen Methoden kommt es zuallererst darauf an, die Prinzipien dieser Forschungsrichtung zu verstehen, die sich grundlegend von der quantitativen Forschung unterscheiden.
Wir erklären Ihnen die Prinzipien und selbstverständlich begleiten wir Sie bei jedem Schritt Ihrer Studie, von der Konzeption über die Auswahl geeigneter Erhebungs- und Auswertungsmethoden bis zur Auswertung bzw. Interpretation Ihres Materials. Und wir erläutern Ihnen, wie Sie Ihre Ergebnisse darstellten sollten.
Auch bei der Unterstützung qualitativer Forschungsprojekte legen wir großen Wert darauf, dass unsere Hilfe als Selbsthilfe fungiert und somit nicht im Widerspruch zu den Anforderungen akademischer Qualifikationsarbeiten steht.
Hier ein paar Tipps zur ersten Orientierung, welche qualitative Methode für Sie geeignet sein kann.
Für Einsteiger in die qualitative Forschung ist die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring und ein Experteninterview mit Interviewleitfaden sinnvoll, weil damit ein klares Ablaufschemata verbunden ist. Man bleibt bei dieser methodischen Herangehensweise auf der Oberfläche des Gesagten, d.h. bei den inhaltlichen Aussagen. Die Auswertung ist deshalb überschaubar.
Wer schon im Studium ein wenig Erfahrung mit qualitativer Forschung gesammelt hat, wird sich auch mit der Grounded Theory wohl fühlen. Man geht damit in komplexe Zusammenhänge individueller Weltkonstruktionen. Die Auswertung ist komplex, aber noch immer überschaubar.
Ethnographische Studien setzen ebenfalls ein Vorwissen über die Erhebung und Auswertung von Interviews und teilnehmenden Beobachtungen voraus. Es geht nicht mehr einfach um Auswertung, sondern um komplexe Interpretation, die keinem festen Ablaufschema folgen muss. Man darf keine Angst haben, sich auf gedankliche Experimente einzulassen.
Diskursanalytische Herangehensweisen sollten nicht von Anfängern verwendet werden, die im Studium noch nicht mit qualitativen Forschungsmethoden in Kontakt gekommen sind. Hier braucht es Vorwissen über die Entwicklung des Forschungsdesigns, die Besonderheiten von Erhebungsmethoden und Analyseverfahren. Es braucht also ein methodentheoretisches Verständnis.
Die wesentlichen Merkmale der qualitativen Forschung lassen sich kurz und knapp zusammenfassen:
Die Erforschung der komplexen Alltagswelt mit ihren vielen Facetten und Regeln stellt eine besondere Herausforderung dar. Da es nicht die eine Methode gibt, sondern eine zunehmende Vielfalt an methodischen Herangehensweisen, je nach Komplexität der Forschungsfrage, braucht es Mut zur Analyse und die Bereitschaft, sich auf Ungeplantes einzulassen. Ohne erfahrene Hilfe an der Seite ist das nicht immer einfach.
Für welche der vielen qualitativen Methoden man sich entscheidet, hängt im Sinne der Gegenstandsangemessenheit von der Fragestellung ab. Generell ist zu unterscheiden zwischen
Die Erhebungsmethoden unterscheiden sich vor allem durch den Grad ihrer Offenheit.
Je nach Forschungsinteresse können Interviews eher offen gestaltet sein (narratives Interview, biographisches Interview) oder bestimmte Ausschnitte der Lebenswirklichkeit fokussieren (Experteninterview, fokussiertes Interview, teilstandardisiertes Interview). Auch Beobachtungen können ein breites Spektrum abdecken, von der Beobachtung bestimmter Interaktionen (z.B. in Beratungsgesprächen) bis zur umfassenden Analyse einer Unternehmenskultur oder der ethnologischen Feldforschung.
Darüber hinaus lassen sich alle qualitativen Erhebungsmethoden frei miteinander kombinieren. So wird z.B. in ethnografischen Forschungen häufig ein Bündel verschiedenster Daten gesammelt.
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Analyseverfahren („Auswertung“) differenzieren sich nach rekonstruierenden und dekonstruierenden Formen.
Rekonstruierende Forschungen fragen nach den subjektiven Deutungsmustern und Relevanzen sozialer Akteure. Es gilt, die Alltagstheorien der Forschungssubjekte im Kontext ihrer Lebensbedingungen herauszuarbeiten. Diese Herangehensweisen werden wiederum unterschieden in
Kategoriengenerierend bedeutet, dass man aus dem Material heraus die Aussagen oder Beobachtungen in Kategorien sortiert. Diese Vorgehensweise kann mehr oder weniger übersichtlich sein, letztlich sind diese Verfahren aber recht gut handhabbar. Bei Experteninterviews, die sich für Fakten und Fachwissen interessieren, wird in Bachelor- oder Masterarbeiten häufig die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring angewendet, die ein sehr überschaubares Verfahren ist. Wenn Experten jedoch in Entscheidungspositionen soziale Gestaltungsaufgaben übernehmen, können auch ihre Weltvorstellungen von Interesse sein. Man würde unter den kategoriengenerierenden Verfahren dann eher zur Grounded Theory greifen.
Sequenzanalystische Herangehensweisen arbeiten ebenfalls die Alltagstheorien der Beforschten heraus, aber sie sind sind offener gestaltet. Sequenzanalytische Forschungen erfordern Mut von den Forschenden, denn sie müssen sehr selbstständig Interpetationsvorschläge aus einem oftmals verwirrend komplexen Material erarbeiten.
Diskursanalytische Forschungsprogramme dekonstruieren die Regeln von wuchernden und sich verengenden gesellschaftlichen Diskursen (Wirklichkeitskonstruktionen) bzw. Diskurssträngen. Diese Forschungen verfolgen eine andere Stoßrichtung, typischerweise wird nach dem Wer, Wie, Was, Wann und Wo gefahndet. Sie eignen sich für Dissertationen und setzen einiges an Vorwissen voraus.
Dafür planen wir eine Stunde ein, um Ihnen konkrete Vorschläge für ein auf Ihre Situation abgestimmtes Wissenschaftscoaching geben zu können.
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